Als wir vor 46 Jahren hier in den Wohnbau einzogen, gab es eine Menge an interessanten Geschäften: drei Blumengeschäfte, ein Tabak- und Zeitungsladen, ein Reparaturgeschäft für Fernseher, einen Friseur und ein Lebensmittelgeschäft, später mit Cafe.
Ein Wohnbau mit 200 Mietern. Es war ein Viertel, das lebte. Man kannte einander, es gab immer wieder eine Möglichkeit, miteinander ins Gespräch zu kommen. Auch war ständig etwas los, ein Ort zum Wohlfühlen.
Es hat sich im Laufe der Jahre sehr viel verändert. Leider nicht zum Guten. Der Tabakladen machte zu, ebenso das Lebensmittelgeschäft bzw. Cafe, ein Blumengeschäft, der Friseur, usw. Vor einigen Monaten wurde ein Geschäft mit Grabsteinen eröffnet, das vor nicht allzu langer Zeit wieder absiedelte.
Seit das Cafe wegen Pensionierung des Inhabers geschlossen hat, trifft man kaum mehr andere Menschen vor dem Haus. Es ist wie ausgestorben. Das eine Blumengeschäft befürchtet, dass es das Jahr nicht "überleben" wird, weil kaum mehr Kundschaft vorbei kommt.
Vor einer Woche wurden die Auslagen vor unserem Eingang ins Haus vom Papier befreit, das längere Zeit die Sicht hinein versperrte. Seit einigen Tagen sehen wir einige Särge, die das Bestattungsunternehmen im Schaufenster präsentiert.