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Dienstag, 29. März 2011

Erinnerungen


Seit ich mich erinnern kann, habe ich Schwierigkeiten, Gesichter zuzuordnen. Beispiel: Als Teenager war ich mit Begeisterung im Turnverein und hatte dort eine sehr liebe Trainerin. Als ich sie später irgendwann einmal auf der Straße traf, war ich mir nicht sicher, ob sie es denn auch ist. Deshalb hielt ich den Kopf gesenkt und tat, als würde ich sie nicht sehen.

Ein weiteres Beispiel: In unserer Wohngegend lebte eine Frau, die privat Kleider schneiderte. Meine Mutter ließ bei ihr Kleider auch für mich nähen. Diese Schneiderin nähte auch mein Kostüm für die Hochzeit auf dem Standesamt und mein weißes Hochzeitskleid. Als ich einige Jahre später in einer Konditorei saß, kam sie auch dort hinein. Wieder dieselbe Reaktion von mir. Unsicherheit. Und so könnte ich noch viele Beispiele nennen.

Ich riskierte lieber, dass mich die Leute für unhöflich hielten, als dass ich vielleicht jemand Fremden grüßte und derjenige mich dann fragt: „Woher kennen wir uns?“. Das wäre mir viel zu peinlich gewesen.

Wenn ich könnte, würde ich mich heute noch für diese groben Unhöflichkeiten entschuldigen.

Diese Unsicherheit lag daran, dass ich immer extrem Angst hatte, mich zu blamieren. Wenn mir irgendwas „passierte“ wie z.B. ein Stolperer beim Laufen oder Gehen, dann wäre ich vor Scham am liebsten im Erdboden versunken.

Natürlich habe ich auch heute noch die gleichen Schwierigkeiten, aber ich kann besser damit umgehen. Wenn mich jemand anspricht, den ich zwar kenne aber nicht weiß, wo ich ihn zuordnen soll, dann kann ich gut darauf reagieren, ohne meine Unsicherheit zu zeigen.

Und ich kann jetzt über Ungeschicklichkeiten die mir passieren lachen, .

Kommentare:

  1. Ich glaube, das anderen Menschen ebenso. Ich habe neulich beim Einkaufen einen alten Herren gesehen und dachte die ganze Zeit "den kenn ich doch, wer ist das bloß". Wir haben uns angeschaut und das wars. Eine Woche später das gleiche Spiel. Und endlich an der Kasse hat es geklingelt: oh man, der wohnt auf meiner Straße, nur 3 Häuser weiter. Das war mir peinlich und deshalb hab ich ihn gleich angesprochen. Er sollte nicht denken, ich kann nicht mehr grüßen.
    Liebe Grüße von Kerstin.

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  2. Liebe Lemmie,

    das, was Du hier beschreibst, kenn ich nur zu gut. Sowohl die Schwierigkeit, sich Gesichter zu merken - als auch die Angst, sich zu blamieren durch Ungeschicklichkeit oder sonst irgendetwas ..weiß genau, was du meinst.

    Es stimmt aber auch, daß man im Laufe der Zeit besser lernt, damit umzugehen, und dass es einem dann nicht mehr so peinlich ist. Ich grüße übrigens im Zweifelsfall auch jeden ;) warum auch nicht ... das sendet auf jeden Fall ein positives Signal und kann nicht schaden.

    Schön, dass du darüber geschrieben hast. So merkt man, dass man mit solchen Gefühlen nicht alleine ist.

    Ganz liebe Grüße an dich,
    Ocean

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  3. Hallo Lemmie,
    mir geht das ähnlich....ich kann mir zwar Gesichter merken, aber oft nicht die Namen dazu.
    Allerdings bin ich nicht sehr schüchtern, sodass ich es meistens ganz gut überspielen kann.
    Früher waren mir diverse Dinge aber auch unendlich peinlich, da kann ich mich noch gut dran erinnern.

    Liebe Grüße
    Katinka

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  4. Liebe Lemmie,

    wenn ich Personen treffe, die mir schon begegnet sind bzw. mit denen ich schon zu tun hatte, erkenne ich diese sofort wieder und die mich. Leider kann ich mich nicht immer an deren Namen erinnern und das ist mir dann außerordentlich peinlich.

    Liebe Grüße
    Jürgen

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